Unbekannte Studioverstärker (wahrsch. Siemens)

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Postby Beauvais » Tue Jan 05, 2010 11:20 pm

Ich habe noch bei den anderen Amps nachgesehen und es steckt in allen (sofern die Röhre nicht ganz fehlt) eine EF86 anstatt der E80F.

Ich könnte dir natürlich auch eine oder zwei der vielleicht fünf oder sechs optisch intakten E80CC schicken (die meisten sind zersprungen), aber ob die noch was taugen? Messgerät ist natürlich nicht vorhanden..
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Postby AndreasS » Wed Jan 06, 2010 8:23 am

Beauvais wrote:...eine EF86 anstatt der E80F.


Im Kleinsignalbetrieb lassen sich beide Röhren tauschen (da pinkompatibel); gleich sind sie jedoch nicht (µ G1/G2, Eingangskapazitäten).
Die Entwicklung der E80F geht auf die EF12 zurück (sie ähnelt elektrisch der EF6, EF36, EF37, 6SJ7, EF87); die EF86 wurde von der EF40 abgeleitet und hat als elektrische Analoge die EF804 und EF806 (diese ist pinkompatibel).

Da in dem Verstärker drei Rückkopplungen ineinander greifen (2 Spannungsgegenkopplungen und eine Strommitkopplung) wäre die Substitution der E80CC problematisch, der Ersatz der E80F durch EF86 möglich.

Gruß Andreas
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Postby jensenmann » Wed Jan 06, 2010 12:27 pm

Hast du eine Idee, wie viel Gain der reine Verstärkerteil macht? Die Trafos messe ich demnächst noch durch, dann wissen wir was die Kiste wirklich kann.
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Postby AndreasS » Wed Jan 06, 2010 4:42 pm

Hallo Jens,

das ist schwer zu schätzen, da ich das Wicklungsverhältnis Haupt- und Gegenkopplungswicklung des Übertragers nicht kenne und auch die Strommitkopplung in die Kathode der E80F sich einfacher Berechnung entzieht..., nachmessen wäre einfacher.

Der Verstärker wird wohl wie alle diese Kassetten zwischen 35 und 40 dB Verstärkung haben.

Gruß Andreas
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Postby jensenmann » Sat Jan 16, 2010 12:06 pm

Die Röhre ist angekommen, vielen Dank an Andreas.

Mit welcher Betriebspannung lasse ich das Ding denn laufen. Es ist etwas schwierig das herauszufinden, da die verwendeten Bauteilwerte deutlich von den Vorschlögen aus meinem Telefunken Röhrentaschenbuch abweichen. Ich tendiere so gegen geschätzte 250V. Kann sich das mal jemand genauer anschauen? Vielen Dank
Jens
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Postby AndreasS » Sat Jan 16, 2010 4:44 pm

Hallo Jens,

250 Volt können es schon sein, etwas mehr richtet auch keinen Schaden an, da die Röhren nicht an der Leistungsgrenze betrieben werden.

Gruß Andreas
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Postby kubi » Sat Jan 16, 2010 5:54 pm

Jens, mit steigender Anodenspannung steigt auch der Kathodenstrom. In der Schaltung sind an den Kathoden der Pentode und der Doppeltriode Elkos parallel zu Widerständen, deren Spannungsverlust proportional zum Strom ist.
Bei der Pentode sind 15V angegeben, bei deinem 2kOhm-Widerstand wären das 7,5mA, das sollte bei einer EF86 nicht vorkommen, aber bei der Doppeltriode am Ausgang steht keine Spannung. Da solltest du darauf achten, wieviel Spannungsabfall über den 600Ohm-Widerstand auftritt und ggf. die Betriebsspannung doch drosseln, wenn es eng wird.
250V ist ein plausibler Wert. Wenn du die Möglichkeit hast, tiefer anzufangen, dann mach es und miss, wie sich der Preamp benimmt, also in Bezug auf Klirr, Verstärkung und max. Aussteuerbarkeit. Diese Werte werden sich mit der Betriebsspannung ändern. Bleibe dann einfach bei der Spannung mit den besten Werten, für die wird der Verstärker wohl ausgelegt worden sein.
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Postby jensenmann » Sat Jan 16, 2010 6:17 pm

...wenn nur meine Klirrmeßbrücke funktionieren würde.
Ich werde einfach mal versuchen den Amp an einer G9 PSU laufen zu lassen. Falls das zu viel Betriebsspannung sein sollte gibt es ja immer noch Vorwiderstände.
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Postby AndreasS » Sun Jan 17, 2010 8:02 pm

Hallo Jens,

die kritische Spannung ist die Schirmgitterspannung der E80F mit 125 Volt; durch den 500 kOhm / 500 kOhm-Spannungsteiler wird sie bis zu einer Betriebsspannung von 400 Volt (und durch den Schirmgitterstrom durch den oberen Widerstand) im sicheren Bereich gehalten. Der Anodenwiderstand der E80F ist so groß, daß bei 400 Volt nie mehr als 2 mA fließen können - also immer unter dem Limit.

Die E80CC hat zwar "zur Erzielung" der Langlebigkeit im Vergleich zur ECC40 eine Grenzspannung an der Anode von nur 300 Volt (die ECC40 400 Volt) - bei einem Strom von 6 mA je System fällt über den 600 Ohm Kathodenwiderstand schon eine Spannung ab, die die Röhre fast sperrt.

Gruß Andreas
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Postby tubeist » Mon May 21, 2012 1:08 pm

Beauvais,

solltest du noch welche in deinem besitz haben, schreib mir bitte ne P.M. kaufe sie dir ab, zahle bestpreise.

lg
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