Neumann v475 Summierer mit +/- 15V ???

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matthias
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Neumann v475 Summierer mit +/- 15V ???

Beitrag von matthias »

Hallo zusammen,

ich plane gerade meine neue "Summingbox" , basierend auf der Neumann v475 Karte

da ich von der Neumann Karte nur die Summier-/Eingangsstufe verwenden möchte und sonst noch weitere
Komponenten und Operationsverstärker für andere Aufgaben brauche, würde ich gerne ohne die
+24V Betriebsspannung auskommen und stattdessen die sonst üblichen +/- 15V verwenden...

hier ist der Auszug aus dem original Schaltplan:

Bild

Für die Änderung auf +/- 15V fällt auf jedenfall der Spannungsteiler (R1, R2, C1) weg
+15V an Pin 7 (5534)
-15V an Pin 4 (5534)

Wie wird der Positive Eingang (Pin3 5534) beschaltet?
Wo schliesse ich C8 an?
Für was braucht man eigentlich C3 ?

Wer weiß Bescheid und kann mir weiterhelfen??

Danke !

Harpo
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Re: Neumann v475 Summierer mit +/- 15V ???

Beitrag von Harpo »

matthias hat geschrieben:Für die Änderung auf +/- 15V fällt auf jedenfall der Spannungsteiler (R1, R2, C1) weg
+15V an Pin 7 (5534)
-15V an Pin 4 (5534)
Jupp
Wie wird der Positive Eingang (Pin3 5534) beschaltet?
Wie bisher auf halber Betriebsspannung, Deine neuen 0V.
Wo schliesse ich C8 an?
WoIssnDer? Normalerweise ist der Kompensationscap (C2) zwischen Opamp Pin5/8, meistens ist der kleiner als 100pF (idR. 22pF), aber der TDA1034 war erheblich nervöser als sein Nachfolger NE5534 und der 100pF bremst die Slew rate und Grenzfrequenz eben stärker aus, so daß sich auch Stangenware und nicht nur handselektierte 1034er bestücken lassen, ohne gleich in Oszillation zu rösten.
Für was braucht man eigentlich C3 ?
Spannungsentkopplung as usual. Du brauchst jetzt wohl 2x 100nF zwischen +15V/0V/-15V, am besten Keramiker wegen geringerem ESR, aber YMMV.
Wer weiß Bescheid und kann mir weiterhelfen??
Wissen? Werweiß, ist jedenfalls 'n Versuch.
mische lauter - Ohren wachsen nach
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[silent:arts]
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Beitrag von [silent:arts] »

Harpo hat recht - meines erachtens - wissen tu ich das auch nicht :D
volker
olafmatt hat geschrieben:Strom kann tot machen

[silent:arts]
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Beitrag von [silent:arts] »

aber noch eine Frage:
willst Du das selber bauen oder eine Karte modifizieren?

denn: die zwei Eingangseisen kosten neu mehr als eine gebrauchte V475 Karte :shock:
volker
olafmatt hat geschrieben:Strom kann tot machen

matthias
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Beitrag von matthias »

Danke für die Hilfe !!
Wie wird der Positive Eingang (Pin3 5534) beschaltet?

Wie bisher auf halber Betriebsspannung, Deine neuen 0V.
Halbe Betriebsspannung wären 0V ... dafür brauche ich dann auch wieder einen Spannungsteiler zwischen +15 und -15V,
um den "virtuellen Nullpunkt" zu erzeugen, wenn ich das richtig sehe...??

statt C8 meinte ich C2 ich denke den werde ich dann weglassen... wusste gar nicht, dass der TDA5534 was anderes als
der NE5534 ist... ich wollte sowieso ein paar andere Typen durchprobieren.
Für was braucht man eigentlich C3 ?

Spannungsentkopplung as usual.
C3 ist doch aber irgendwie im Signalweg, mich wundert es, warum es diesen nur an dem einen (+) Eingang des Opamps gibt
und nicht auch an Pin 2 (-) ...
aber noch eine Frage:
willst Du das selber bauen oder eine Karte modifizieren?

denn: die zwei Eingangseisen kosten neu mehr als eine gebrauchte V475 Karte
um Platz im Gehäuse und unnötige Verkabelung zu sparen mache ich eine neue Platine... die beiden Eisen werden von
einer vorhandenen Neumann Karte entfernt...

Harpo
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Beitrag von Harpo »

matthias hat geschrieben:Halbe Betriebsspannung wären 0V ... dafür brauche ich dann auch wieder einen Spannungsteiler zwischen +15 und -15V,
um den "virtuellen Nullpunkt" zu erzeugen, wenn ich das richtig sehe...??
Bipolare Netzteile haben Anschlußmöglichkeit für 3 unterschiedliche Potentiale, +, - und auch die 0V. Das ist aber sowieso alles relativ, der positive Anschluß vom Netzteil ist in Deinem Fall eben in Bezug zu diese 0V vom Netzteil 15V positiver und der Negative in Bezug zu diesen 0V 15V negativer. Zwischen diesen +15V und -15V liegen 30V. Was Spannungsteiliges brauchts nicht, und der "virtuelle Nullpunkt" ist der invertierende Eingang vom Opamp, weil er versucht, seine Eingänge auf gleichem Potential zu halten.
statt C8 meinte ich C2 ich denke den werde ich dann weglassen... wusste gar nicht, dass der TDA5534 was anderes als
der NE5534 ist... ich wollte sowieso ein paar andere Typen durchprobieren.
Nö, besser bestücken, aber andere Typen als der antike TDA1034 sind nicht so nervös, so daß der Wert von 100pF auf meistens 22pF absinken kann. Die Kennlinie ist für gewöhnlich in den Datenblättern der Opamps enthalten. Vieleicht ist die Geschwindigkeitsbremse aber klangmäßig gewollt.
C3 ist doch aber irgendwie im Signalweg, mich wundert es, warum es diesen nur an dem einen (+) Eingang des Opamps gibt
und nicht auch an Pin 2 (-) ...
Meine Schreibe bezog sich auf C3 auf der rechten Seite vom Opamp (C1 und C2 gibts anscheinend auch zwiefach).
Der C3 auf der linken Seite liegt im Signalweg, um den Stromfluß durch den Trafo für den Gleichspannungsanteil zu unterbrechen, weil das bestimmt kein gapped transformer ist. Ein Kondensator reicht, ob am + oder - Eingang angeschlossen sollte keinen Unterschied machen. Der Spannungsunterschied zwischen beiden Pins vom Kondensator ist im Millivoltbereich, aber weniger als 6V Spannungsfestigkeit wird bei Elkos meines Wissens nicht produziert.
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matthias
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Beitrag von matthias »

das mit den Spannungen ist mir eigentlich schon klar...

aber die 0V vom Netzteil sind doch in der Regel mit der Audiomasse verbunden...
das würde doch bedeuten, dass ich das Signal aus den Ausgängen 4 und 6 des Trafos nach dem 470µF Kondensator mit der Masse kurzschließe..
und das kann es ja nicht sein, oder ??

würde dann so aussehen...

Bild
Zuletzt geändert von matthias am So Aug 01, 2010 9:05 pm, insgesamt 1-mal geändert.

maxheadroom
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Beitrag von maxheadroom »

Harpo hat geschrieben: Der C3 auf der linken Seite liegt im Signalweg, um den Stromfluß durch den Trafo für den Gleichspannungsanteil zu unterbrechen, weil das bestimmt kein gapped transformer ist.
Hallo Harpo,

ich hätte eine Frage zu deiner open genannten Aussage mit dem gapped transformer. Welchen Unterschied würde ein gapped transfomer machen?

Gruß Max
freddy get ready, it's time to rocksteady

[silent:arts]
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Beitrag von [silent:arts] »

ein "gapped transfomer" verträgt auch etwas Gleichspannung
volker
olafmatt hat geschrieben:Strom kann tot machen

maxheadroom
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Beitrag von maxheadroom »

[silent:arts] hat geschrieben:ein "gapped transfomer" verträgt auch etwas Gleichspannung
Hallo Volker,

danke für deine Antwort.
Jetzt stellt sich bei mir die Frage warum? :-)

Gruß Max
freddy get ready, it's time to rocksteady

AndreasS
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Beitrag von AndreasS »

Hallo Max,

Gleichstrom führt bei einem Übertrager zur Aufmagnetisierung des Kernes, so daß ab einer bestimmten materialnbedingten Grenze der Kern "gesättigt" ist (der Übertrager kann keine Wechselspannungen mehr übertragen).

Zu Vermeidung dieser Sättigung wird bei (gewollter) Gleichstromvorbelastung des Übertragers ein "Luftspalt = Gap" (eine dünne Schicht nichtmagnetischen Materiales) in den magnetischen Kreis eingefügt. Der entstehende Nachteil ist die geringere Hauptinduktivität (bei fast gleicher Streuinduktivität und Wicklungskapazität) und demzufolge ein eingeengter Übertragungsbereich.

Gruß Andreas

maxheadroom
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Beitrag von maxheadroom »

Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen tolle Antwort!

Gruß Max
freddy get ready, it's time to rocksteady

Harpo
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Beitrag von Harpo »

matthias hat geschrieben:das würde doch bedeuten, dass ich das Signal aus den Ausgängen 4 und 6 des Trafos nach dem 470µF Kondensator mit der Masse kurzschließe..
und das kann es ja nicht sein, oder ??
Wieso denn nicht? Ein Wicklungsende des Trafos (die sekundärseitigen Wicklungen sind parallelgeschaltet, um mehr Strom liefern zu können) schließt Wechselstrommäßig an 0V und dem nicht-invertierenden Eingang an, so daß der invertierende Eingang des Opamps überhaupt sieht, wieviel Strom verstärkt werden soll.
würde dann so aussehen...
Sieht doch gut aus.
Vieleicht paranoid, aber Potis/Trimmer in der Rückkopplungsschleife halte ich für gefährlich. Vieleicht Geschmacksache, aber den Wiederstandswert vom Poti in der Rückkopplungsschleife würde ich auf 20K verdoppeln und einen 20K parallel dazu schalten. Wenn bei dem Poti/Trimmer in 37 Jahren was schiefläuft, geht meistens ja nur der Schleifer über die Wupper aber der Nennwert bleibt erhalten, so daß der Rückkopplungs-Wiederstands-Gesamtwert bei 17K5 bleibt. Ich hatte aber auch schon Kandidaten wo der Endpunkt unterbrochen war, was den Wert dann auf unendlich vergrößert. Das Parallelensemble sollte eine offene Schleife verhindern, und ein zusätzlicher Wiederstand kostet wahrscheinlich deutlich weniger als Versorgungsspannung am Opamp-Ausgang wegen fehlender Gegenkopplung. ...nur so'ne Idee...

Gruß Harpo
mische lauter - Ohren wachsen nach
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